Kommt eine standardmäßige Grippeimpfung für Kinder?

Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung derzeit nicht standardmäßig für Kinder – ändert sie ihre Einschätzung? Das Thema wird bei der Ständigen Impfkommission am RKI zumindest als „prioritär“ angesehen. Bei einer generellen Kinder-Influenzaimpfempfehlung geht es wohl auch darum, ältere Personen indirekt zu schützen. War SARS-CoV-2 der Anlass für die aktuelle Überlegung der STIKO?

Ändert die STIKO ihre Empfehlung zur Grippeimpfung bei Kindern? Zurzeit spricht sich die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Roch-Institut (RKI) nicht dafür aus, dass Kinder jährlich gegen Grippe geimpft werden sollen. Liegt hingegen eine „erhöhte gesundheitliche Gefährdung infolge eines Grundleidens“ vor – zum Beispiel: Asthma, Diabetes, angeborene oder erworbene Immunschwächen –, empfiehlt die STIKO auch für Kinder, und dann ab einem Alter von sechs Monaten, den saisonalen Grippeschutz.

Auch jetzt „dürfen“ Kinder schon gegen Grippe geimpft werden

Warum wird eine Influenza-Impfung nicht für alle empfohlen? Das Robert Koch-Institut begründet dies damit, dass eine Influenza-Erkrankung bei gesunden Kindern oder bei Erwachsenen unter 60 Jahren in der Regel ohne schwerwiegende Komplikationen verläuft. Wichtig: Das bedeutet nicht automatisch, dass die STIKO bei Kindern von einer Grippeimpfung abrät. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erklärte auf eine frühere Nachfrage der Redaktion: „Eine fehlende STIKO-Empfehlung ist kein Hindernis für eine begründete Impfung.“

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Wackelt diese Einschätzung? Zumindest stand der kindliche Standardgrippeschutz auf der Agenda der 95. Sitzung der STIKO im März 2020: Die Beschäftigung mit dem Thema „Standard-Influenzaimpfempfehlung für Kinder“ wurde als „prioritär angesehen“. Warum ausgerechnet jetzt? Hängt die Priorisierung vielleicht mit der SARS-CoV-2-Epidemie zusammen? Zwar schützt eine Grippeimpfung nicht vor Corona-Infektionen, doch könnte sie, wie auch ein Pneumokokkenschutz, Komplikationen bei COVID-19-Erkrankungen verringern, so die Einschätzung von Experten, wie dem Chefvirologen der Berliner Charité, Professor Christian Drosten.

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