Brandenburger Koalition will Pharmazie-Studiengang prüfen

Die Koalition aus SPD, CDU und Grünen in Brandenburg steht. Am vergangenen Freitag präsentierten die neuen Koalitionäre ihren 84-seitigen Koalitionsvertrag mit dem Titel „Zusammenhalt, Nachhaltigkeit, Sicherheit“. Darin enthalten ist eine Kernforderung von Brandenburgs Apothekern: Die neue Landesregierung will prüfen, ob ein neuer Pharmaziestudiengang im Land etabliert wird. Sozial- und Gesundheitsministerin könnte übrigens die Grünen-Spitzenkandidatin Ursula Nonnenmacher werden.

Zum ersten Mal wird Brandenburg eine Regierung aus SPD, CDU und Grünen bekommen. Die rot-rote Vorgängerregierung unter der Leitung von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte  bei der Landtagswahl Anfang Oktober keine Mehrheit mehr bekommen. Die SPD wurde zwar stärkste Kraft, musste sich aber ein neues Bündnis zusammenstellen. Dies ist nun gelungen. Noch im November soll Woidke im Potsdamer Landtag erneut zum Ministerpräsidenten gewählt werden.

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In ihrem Koalitionsvertrag hat die sogenannte „Kenia-Koalition“ die Punkte festgehalten, die bis 2024 umgesetzt werden sollen. Darin enthalten ist auch ein Passus, der für die Apotheker sehr wichtig ist. Im Abschnitt „Wissenschaft“ heißt es: „Wir werden zudem die Einrichtung eines Pharmazie-Studienganges prüfen.“ Das ist ein klarer Teilerfolg, insbesondere für die Landesapothekerkammer Brandenburg, die seit Jahren wegen der Etablierung eines solchen Studienganges in Kontakt steht mit der Politik.

Die Apothekenzahl in Brandenburg ist im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern relativ stabil. Allerdings ist das Durchschnittsalter der Inhaber recht hoch – die Kammer sorgt sich daher um die Zukunft der Flächenversorgung im Land. Brandenburg ist das einzige Flächenland in Deutschland, das keinen eigenen Pharmazie-Studiengang hat. Die Apotheker hoffen nun auf den Klebeeffekt: Wenn junge Menschen im Land bleiben, um dort Pharmazie zu studieren, könnte auch die Wahrscheinlichkeit höher sein, dass sie in Brandenburg bleiben, um dort in einer Apotheke zu arbeiten. Vor der Wahl hatte die Kammer eine politische Diskussionsrunde organisiert, bei der Vertreter alle Parteien unter anderem darüber sprachen. 

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