Trump nahm es gegen Corona: Auch viele deutsche Ärzte verschrieben Malaria-Mittel

Trump findet es als Corona-Prophylaxe gut: Hydroxychloroquin, ein Malaria-Mittel. Seine Wirksamkeit bei der Behandlung von Covid-19-Patienten ist hoch umstritten. Nun kommt aber heraus, dass es möglichweise auch in Deutschland vielfach gegen Corona angewendet wurde.

Er habe „sehr gute Dinge“ über das Medikament gehört, sagte US-Präsident Donald Trump vor einigen Monaten über Hydroxychloroquin. Er nehme das Malaria-Mittel deshalb als Corona-Prophylaxe ein. Das Unverständnis für diesen Schritt Trumps war groß, auch in Deutschland. Schließlich ist der Einsatz von Hydroxychloroquin bei der Behandlung von Covid-19-Patienten weiterhin sehr umstritten. Seine Wirksamkeit ist wissenschaftlich nach wie vor nicht nachgewiesen. Nun kommt aber heraus, dass Hydroxychloroquin möglichweise auch in Deutschland vielfach gegen Corona angewendet wurde.

Bekamen tausende Patienten Hydroxychloroquin gegen Corona?

Wurden nämlich im Februar, also kurz vor dem Ausbruch der Pandemie, geschätzt rund 704.000 Tagesdosen Hydroxychloroquin abgegeben, waren es im März, dem Ausbruchsmonat, schon fast 1,06 Millionen, wie der „Spiegel“ berichtet.  Das geht dem Bericht zufolge aus einer vorläufigen Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK hervor. Demnach wurde das Medikament fast 10.000 Patienten mehr verschrieben als im Monat zuvor, so die AOK-Analyse.

Die Auswertung umfasse Verschreibungen durch niedergelassene Ärzte zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherungen, die durch eine Hochrechnung der AOK-Daten erfolgte. Im April und Mai seien die Zahlen zwar wieder gesunken, blieben aber auf einem höheren Niveau als im Vorjahr. Im Juni lagen die Werte demnach dann unter dem Durchschnitt des Vorjahres.

Malaria-Mittel in Europa nie gegen Corona zugelassen

Neben Trump hatte das Mittel auch wiederholt auch von Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro beworben, In den USA hatte Hydroxychloroquin kurzzeitig eine Notfallzulassung für die Behandlung von Covid-19 bekommen. In Europa wurde es nie dafür zugelassen. Offenbar scherten sich viele Ärzte aber nicht um die fehlende Zulassung für Deutschland, wie die AOK-Analyse zeige.

Eigentlich wäre in dieser Zeit aufgrund der bestehenden Reisewarnungen sogar ein Rückgang der Verordnungszahlen für Hydroxychloroquin plausibler gewesen, so der AOK-Bundesverband. Doch stattdessen schnellten die Verordnungszahlen nach oben, heißt es in dem Bericht.

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