Schöner essen: Vier Lebensmittel, die das Hautbild positiv verändern

Ob ein Mensch schöne Haut hat oder nicht, hängt von zahlreichen Einflüssen ab: Raucht er? Verbringt er viel Zeit in der Sonne oder im Solarium? Schläft er zu wenig oder leidet er unter Stress? Auch die Ernährung kann sich im Hautbild widerspiegeln. Sogar einzelne Lebensmittel und Nährstoffe können, bei regelmäßigem Verzehr, den Teint sichtbar verändern. Vier Beispiele:

1. Tomaten, Paprika und Karotten sorgen für einen attraktiven Hautton

In roten und orangefarbenen Gemüsesorten stecken fettlösliche Farbpigmente, sogenannte Carotinoide. Wenn man diese Gemüsesorten regelmäßig isst, lagern sich die Pigmente in der Haut ab und verleihen ihr einen rötlich-orangenen Farbstich. Studien haben gezeigt, dass hellhäutige Menschen diesen Hautton als attraktiv wahrnehmen und als sichtbares Zeichen guter Gesundheit bewerten.

Um diese Wirkung zu erzielen, reicht es allerdings nicht aus, hin und wieder ein Möhrchen zu knabbern. In einer Untersuchung in Schottland mussten Probanden sechs Wochen lang drei- bis viermal am Tag rotes oder orangefarbenes Gemüse zu sich nehmen, bis sich ihr Teint sichtbar veränderte.

Übrigens: Carotinoide bringen nicht nur Farbe ins Gesicht. Vor allem das in Tomaten enthaltene Carotinoid Lycopin sei auch eine „wirksame Faltenprophylaxe„, schreibt die Hautärztin Yael Adler in ihrem Buch „Haut nah“: „Tomatenmark mit seinem hochkonzentrierten Lycopin toppt alle teuren Hautcremes.“ Tomatenmark kann man in vielerlei Gerichten einsetzen: Suppen, Dressings und natürlich Tomatensoße.

2. Bestimmte Fette wirken Entzündungen entgegen

In Leinöl, Rapsöl, Walnussöl und fettem Seefisch stecken sogenannte Omega-3-Fettsäuren. Wer genug dieser Fette zu sich nimmt, ist weniger anfällig für Entzündungen. Studien deuten zudem darauf hin, dass diese Fette bestehende Entzündungen lindern können und somit die Symptome entzündlicher Hauterkrankungenwie Rosacea und Akne lindern können.

Regelmäßig Fisch: Um seinen Omega-3-Bedarf zu decken, sollte man laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ein- bis zweimal pro Woche fettreichen Seefisch essen. Dazu zählen etwa Makrele, Lachs und Hering. Für die entzündungslindernde Wirkung sind wahrscheinlich deutlich größere Mengen der gesunden Fette nötig. In den Studien zu diesem Thema haben die Probanden täglich Kapseln mit hochdosierten Omega-3-Fettsäuren verabreicht bekommen.

3. Zucker begünstigt Falten und fettige Haut

Junge Menschen haben ihre straffe, feste Haut in erster Linie zwei Eiweiß-Molekülen zu verdanken: Kollagen und Elastin. Kollagenfasern sind stabil und relativ starr, Elastinfasern elastisch wie mikroskopisch feine Gummibänder. Gemeinsam bilden Kollagen und Elastin ein dichtes, dehnbares Netz, welches der Haut Spannkraft und Flexibilität verleiht.

Wenn man zu viel Zucker isst, kann dieses Netz gewissermaßen „verkleben“. Zucker aus der Nahrung gelangt über die Darmwand ins Blut, welches ihn zu den Organen transportiert, auch zur Haut. In der Haut können sich Zuckermoleküle mit Kollagen verbinden. Diese chemische Reaktion, die sogenannte Glykation, hat zur Folge, dass sich zusätzliche Querverbindungen zwischen den Kollagenfasern bilden.

Dadurch wird das Kollagen-Elastin-Netz insgesamt starrer und unflexibler. Zudem behindern die Querverbindungen die Reparatur gerissener Kollagenfasern. Je mehr gerissene Kollagenfasern sich im Gewebe sammeln, umso schlaffer wird es.

Auch Akne und fettige Haut kann eine zuckerreiche Kost fördern. Wenn viel Zucker im Blut ist, schüttet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin aus. Dieses hilft den Zellen dabei, den Zucker aus dem Blut aufzunehmen und zu nutzen. Im Überschuss vorhanden hat Insulin jedoch ungünstige Wirkungen auf den Organismus. Unter anderem treibt es die Talgdrüsen der Haut dazu, mehr Fett zu produzieren, was Akne begünstigt.

4. Milch kann Akne fördern

Wenn man regelmäßig Kuhmilch konsumiert, produziert der Körper erhöhte Mengen des Botenstoffes „Insulin-like growth factor 1“, kurz IGF-1. IGF-1 hat eine ähnliche Wirkung auf die Haut wie Insulin: Es regt die Talgdrüsen dazu an, mehr Fett zu bilden. Wenn in der Haut mehr Fett produziert wird, als die Poren abtransportieren können, kann es passieren, dass diese verstopfen und sich entzünden. Die Folge sind Mitesser und Pickel.

Wichtig: Nicht jeder bekommt Hautprobleme, wenn er viel Milch trinkt. Ob ein Mensch Milch und die darin enthaltenen Stoffe verträgt, scheint vor allem von dessen erblicher Veranlagung abzuhängen. Wenn man zu Mitessern und Pickeln neigt, kann es sinnvoll sein, Milch und Milchprodukte für einige Wochen vom Speisezettel zu streichen und zu beobachten, ob sich das Hautbild bessert.

Quellen

Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.: www.dge.de (Abrufdatum: 13.1.2020)

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Adler, Y.: Hautnah. Alles über unser größtes Organ. Droemer Verlag. München, 2016

Schroeder, I.: Ernährung und Akne – Was steckt dahinter? Ästhetische Dermatologie & Kosmetologie, Vol. 7, Iss. 5, p. 12 (Oktober 2015)

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Gkogkolou, P., et al.: Advanced glycation end products. Dermato-Endocrinology, Vol. 4, Iss. 3, p. 259-270 (Juli 2012)

Melnik, B. C., et al.: Role of insulin, insulin-like growth factor-1, hyperglycaemic food and milk consumption in the pathogenesis of acne vulgaris. Experimental Dermatology, Vol. 18, Iss. 10, p. 833-841 (August 2009)

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   Letzte inhaltliche Prüfung: 14.01.2020Letzte Änderung: 28.01.2019

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