Neurodermitis: Neuer Wirkstoff stoppt auch schwere Erkrankungen

Neue Therapieoption gegen Neurodermitis erfolgreich getestet

Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankungen, deren Verbreitung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen hat. Zwar lassen sich leichte Formen der Krankheit heute oftmals relativ gut mit äußerlichen Behandlungen in den Griff bekommen, doch bei schwerer Neurodermitis besteht bislang wenig Hoffnung für Betroffene. Das könnte sich allerdings dank einer neuen Form der Therapie schon bald ändern.

„Die Erkrankung betrifft rund elf Prozent aller Mädchen und Jungen im Vorschulalter sowie ein bis zwei Prozent der Erwachsenen in Deutschland, bei vielen ist die Erkrankung chronisch und verläuft schwer“, berichtet die Medizinische Hochschule Hannover (MHH). Betroffene leiden an trockener, schuppiger und geröteter Haut, die quälend juckt und wenn die betroffenen Stellen gut sichtbar sind, komme eine gesellschaftliche Stigmatisierung hinzu. Effiziente Behandlungsmöglichkeiten sind daher dringend gefragt – allerdings lagen diese für die schweren Formen der Erkrankung bislang nicht vor. Forschende der MHH und der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) haben nun allerdings erfolgreich einen neuen Ansatz getestet. Ihre Ergebnisse wurden in dem Fachmagazin „Journal für Allergy and Clinical Immunology“ veröffentlicht.

Schwere Neurodermitis nur eingeschränkt therapierbar

„Neurodermitis hat unterschiedliche Ursachen, zu denen hautreizende Stoffe, Allergene sowie mikrobielle, hormonelle und psychologische Einflüsse gehören“, erläutern die Experten. Bei der Behandlung komme bislang vor allem äußerlich anzuwendenden Kortison-Verbindungen und auch sogenannten Calcineurin-Inhibitoren eine zentrale Bedeutung zu. Für die Therapie besonders schwerer Formen stehen laut Aussage der Experten bisher nur das Immunsuppressivum Cyclosporin, das jedoch viele Nebenwirkungen hat, und der Antikörper Dupilumab zur Verfügung.

Dupilumab in der Anwendung etwas schwierig

Dupilumab ist seit rund einem Jahr zur gezielten Hemmung von Botenstoffen der allergischen Entzündung verfügbar und „stellt einen sehr großen Fortschritt in der Behandlung von schwer betroffenen Patienten dar“, so Professor Dr. Thomas Werfel von der MHH-Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie. Allerdings helfe es nicht allen Patienten ausreichend gut. Zudem müsse das Medikament gespritzt werden, was vor allem von Kindern, die besonders häufig an Neurodermitis leiden, schwerer toleriert werde. Der nun getestete, neue Wirkstoff ist hingegen für eine orale Einnahme gedacht.

Neuer Wirkstoff zur oralen Anwendung

Der neue Wirkstoff, der als Tablette eingenommen werden kann, habe in den Versuchen an 98 Patientinnen und Patienten das Hautbild deutlich verbessert. „Bereits nach acht Wochen reduzierte sich der Anteil an kranker Haut wie die Rötungen, Bläschen und Kratzspuren um die Hälfte“, so die Mitteilung der MHH. Der Wirkstoff sei ein „Histamin-4-Rezeptor-Blocker“. Dieser unterbreche den Entzündungsprozess und lindere den Juckreiz, indem er verhindert, dass der Botenstoff Histamin an den entsprechenden Zellen wirken kann.

Histamin-4-Rezeptor mit einer Schlüsselrolle

„Labor- und In-vivo-Ergebnisse im Mausmodell, die wir seit 2005 kontinuierlich veröffentlichten, sprachen dafür, dass der Histamin-4-Rezeptor eine interessante Zielstruktur für die Behandlung der Neurodermitis ist“, erläutert Professor Dr. Werfel. Seither haben die Forschenden die Anwendung bei entzündlichen Hautkrankheiten intensiv erforscht. „Wir gehen davon aus, dass der Histamin-4-Rezeptor-Blocker unabhängig von der Ursache der Neurodermitis wirkt und untersuchen derzeit, welche Patienten am stärksten von der neuen Therapie profitieren können“, so Professor Werfel.

Keine Nebenwirkungen feststellbar

In der aktuellen Untersuchung waren laut Aussage der Wissenschaftler keine Nebenwirkungen zu beobachten, die auf die Gabe des Medikamentes zurückgingen und nun werde unter Beteiligung des Teams aus Hannover eine größere internationale Studie mit rund 400 Patienten starten, um die optimale Dosierung dieses Wirkstoffes herauszufinden. „Wir arbeiten bereits seit vielen Jahren gemeinsam an dem Thema. Das Projekt ist ein sehr gutes Beispiel für translationale Forschung, also für eine interdisziplinäre medizinische Forschung, die das Ziel hat, Ergebnisse möglichst zügig in die klinische Anwendung zu übertragen“, so Professor Dr. Manfred Kietzmann vom Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der TiHo. (fp)

Quelle: Den ganzen Artikel lesen

Wer kein rotes Fleisch mehr konsumiert senkt sein Risiko auf schwere Herzerkrankungen bereits nach drei bis vier Wochen

Warum sich rotes Fleisch negativ auf die Herzgesundheit auswirkt

Darmbakterien produzieren bei der Verdauung von rotem Fleisch Stoffe, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkts und Schlaganfall fördern. Wer bei seiner Ernährung auf rotes Fleisch verzichtet, kann diese schädlichen Stoffe innerhalb von drei bis vier Wochen stark senken und somit auch das Risiko für Herzkrankheiten. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung der Cleveland Clinic, eines der besten Krankenhäuser Amerikas.

Eine Forschungsgruppe des Lerner Research Institute der Cleveland Clinic untersuchte kürzlich, welche Auswirkungen der Konsum von rotem Fleisch auf die Verdauung und die Gesundheit des Menschen hat. Dabei stellte das Team fest, dass Darmbakterien während der Verdauung von rotem Fleisch vermehrt die Verbindung Trimethylaminoxid (TMAO) produzieren. Hohe TMAO-Werte im Organismus gehen laut den Forschenden mit einem erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt und Schlaganfall einher. Die Studienergebnisse sind kürzlich im „European Heart Journal“ erschienen.

Rotes Fleisch beeinflusst unsere Verdauungsprozesse

Die Erkenntnis, dass rotes Fleisch nicht gesund ist, ist zwar nicht neu, dennoch bieten die Forschenden der Cleveland Clinic einen neuen und detaillierten Einblick über die Prozesse der Verdauung und den Zusammenhang zwischen rotem Fleischkonsum und der Herzgesundheit. Bislang wurden in erster Linie die Fette und das Cholesterin für die schädlichen Auswirkungen verantwortlich gemacht. Das Forschungsteam um Dr. Stanley Hazen zeigt nun eine weitere schädliche Komponente, die während des Verdauungsprozesses von rotem Fleisch entsteht.

Was haben Darmbakterien mit der Herzgesundheit zu tun?

Wie die Forschenden berichten, produzieren die Darmbakterien eine schädliche Verbindung namens Trimethylaminoxid (TMAO), wenn sie die Stoffe Cholin, Lecithin und Carnitin verdauen. Diese Verbindungen kommen vorwiegend im roten Fleisch und in der Leber vor, aber auch in anderen tierischen Produkten. Die Ärzte der Cleveland Clinic erläutern, dass ein hoher TMAO-Wert ein Warnzeichen für drohende Herzkrankheiten und für ein erhöhtes Sterberisiko ist.

Je mehr rotes Fleisch, desto höher der TMAO-Wert

Die Forschungen zeigten auch, dass der TMAO-Wert umso höher ansteigt, je mehr rotes Fleisch gegessen wird. Wer 25 Prozent seiner täglichen Kalorien aus rotem Fleisch beziehe, habe die zwei- bis dreifache Menge an TMAO im Körper wie Personen, die sich vegetarisch oder mit weißem Fleisch ernähren.

Doppelter negativer Effekt

Für die Studie erklärten sich Teilnehmende bereit, über einen Zeitraum 25 Prozent ihrer täglichen Kalorien durch rotes Fleisch zu beziehen. Sie wurden währenddessen gesundheitlich überwacht. Neben den erhöhten TMAO-Werten zeigte sich auch, dass die Nieren die schädlichen Verbindungen nicht mehr effektiv entfernen konnten, wenn die TMAO-Konzentration zu hoch war. Somit sorgte der rote Fleischkonsum nicht nur dafür, dass mehr TMAO-Verbindungen im Körper sind – sie verblieben auch länger im Organismus.

Die gute Nachricht

Die Forschungsgruppe hat jedoch auch eine gute Nachricht für Fleischesser: Nachdem die Teilnehmenden die Ernährung mit rotem Fleisch beendet hatten, sanken die TMAO-Werte innerhalb von drei bis vier Wochen wieder auf ein Normalniveau. „Dies bedeutet, dass wir das Risiko für Herzerkrankungen ändern können, indem wir unsere Ernährung umstellen“, betont Dr. Hazen in der Pressemitteilung zu den Studienergebnissen.

Weißes Fleisch zeigte weniger schädliche Auswirkungen

Der Studie zufolge zeigten die Teilnehmenden, die ihr Protein aus weißem Fleisch oder aus pflanzlichen Quellen bezogen, wesentlich geringere TMAO-Werte und eine bessere Nierenfunktion. Die Forschenden empfehlen, zugunsten der Herzgesundheit auf rotes Fleisch weitestgehend zu verzichten. „Wir wissen, dass Lebensstilfaktoren für die Gesundheit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen von entscheidender Bedeutung sind“, resümiert Hazen. Die Studie liefere einen weiteren Beweis, wie diätische Maßnahmen als effektive Behandlungsstrategie eingesetzt werden können. (vb)

Quelle: Den ganzen Artikel lesen

Hat das Gewicht Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit des Erlebens eine schwere Grippe-ähnliche Symptome?

Eine neue Influenza-und Anderen Respiratorischen Viren Studie ergab, dass Erwachsene, die sind untergewichtig oder krankhaft fettleibige haben ein erhöhtes Risiko, im Krankenhaus mit influenza-ähnliche Erkrankung durch das Grippe-virus oder anderen respiratorischen Viren.

Die Beobachtungsstudie eingeschlossen 4778 hospitalisierten und ambulanten Patienten mit influenza-ähnliche Erkrankung in sechs Krankenhäusern in Mexiko.